my choice! http://mychoice.blogsport.de ...die Verhältnisse umrühren, nicht die Suppe Tue, 09 Jun 2015 07:19:10 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Queer_Feministisches HipHop-Festival in Bremen! http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/begreift-das-patriarchat-auch-als-angriff-auf-eure-menschlichkeit/ http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/begreift-das-patriarchat-auch-als-angriff-auf-eure-menschlichkeit/#comments Tue, 09 Jun 2015 07:11:19 +0000 Administrator Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/begreift-das-patriarchat-auch-als-angriff-auf-eure-menschlichkeit/ Besser als die Organisator_innen des Queer_Feministischen HipHop Festivals 2016 in Bremen kann mensch wohl gar nicht kommentieren, was gerade in der Bremer Szene abgeht. Shitstorm gegen FrauenLesbenInterTransQueers? Kennen wir schon, ringt uns nur noch ein müdes Lächeln ab. Stattdessen freuen wir uns schon schrecklich auf das großartige Festival!!!

„Wir sind eine Gruppe von ca. 15 Menschen in Bremen, die gerade anfangen ein feministisches HipHop-Festival zu organisieren. Für ein erstes Treffen haben wir einen Einladungstext verfasst um auch anderen Menschen die Möglichkeit zu geben, in die Orga-Crew einzusteigen. Über einen Post dieses Textes auf Facebook gab es viel Empörung. Darauf wollen wir hier reagieren. Wir werden uns im Detail nicht an dieser Diskussion beteiligen, auf der Ebene, auf der diese bisher geführt wurde macht das für uns keinen Sinn. Wir wollen aber sehr wohl öffentlich machen, was gerade passiert und unsere politische Position dazu vertreten.

Im Einladungstext haben wir in einem Satz konkret Bezug auf die Zeckenrapgala genommen, die in Bremen am 11. April 2015 stattgefunden hat. Wir haben darin auch unsere Verärgerung über die von vielen als mackrig empfundene Bühnenpräsenz zum Ausdruck gebracht. Im gesamten Rest des Textes haben wir von unserer Idee geschrieben, ein feministisches HipHop-Festival in Bremen zu organisieren.

Der Verlauf der Zeckenrapgala war für uns ein Anlass, um uns auszutauschen und unseren Ärger zu teilen. Nicht mehr und nicht weniger. Der Gala-Abend war sicher nicht der schlimmste unseres Lebens. Die kritisierten Acts sicher nicht die einzigen Menschen, die sich in einer patriarchalen und sexistischen Gesellschaft mackrig verhalten. Sexismus und Mackrigkeit sind für uns, gerne auch zusammen mit anderem diskriminierenden Verhalten, alltägliche Erfahrungen, gegen die wir auch in anderen Zusammenhängen kämpfen. Die Zeckenrapgala war jedoch ein Kontext, von dem wir, aufgrund des formulierten feministischen Anspruchs der Organisator_innen, aufgrund von Liedtexten und persönlichen Statements der Künstler_innen, anderes erwartet hätten. Dass Worte und Umsetzung für uns so weit auseinander lagen, ist Teil des Ärgers den wir haben. Es hat uns einfach gereicht.

Wir wissen alle, dass linke Szenen keine herrschaftsfreien Räume sind. Debatten und Auseinandersetzungen um Sexismus und Mackertum in den linken Zusammenhängen – konkret auch in der linken HipHop Szene – sind seit Jahren immer wieder in verschiedenen Varianten Thema! Wenn wir einen allgemeinen Aufruf dazu geschrieben hätten, hätten wir wahrscheinlich Beifall von allen Seiten bekommen. Für unseren Ärger gab es aber einen konkreten Anlass und den haben wir sichtbar gemacht. Damit waren konkrete Personen und konkrete Zusammenhänge angesprochen und auf einmal wurde aus einer berechtigten Kritik Denunziation und Verleudmung. Wir denken: Herrschaftliche Verhältnisse und Verhaltensweisen müssen benannt, kritisiert und verändert werden. Und das lassen wir uns nicht verbieten. Nicht in der Szene und nicht anderswo.

Auf der Facebookseite des FemRefs Bremen wurde der Einladungstext wenige Stunden nach dem Post heftig kommentiert. In diesen Kommentaren wird uns unter anderem Denunziation, Verleudmung, Spalterei, unsolidarisches Verhalten, Subjektivität und Sexismus gegenüber Männern* vorgeworfen. Darüber hinaus wurden von uns mehrfach Rechtfertigungen und Erklärungen gefordert, ohne dabei aber wirklich einen Raum für eine Diskussion auf Augenhöhe zu eröffnen. So wurde uns lang und breit erklärt welchen Feminismus wir denn vertreten, warum das scheiße ist und auf welche Art und Weise wir unsere Kritik hätten formulieren sollen, damit man uns ernst nehmen könnte.

Einige, aber nicht alle, die den Einladungstext in dieser Art und Weise kommentiert haben, waren an der Zeckenrapgala auf der Bühne oder als Veranstalter_innen beteiligt. Nicht alle haben das Gleiche geschrieben. Aber unter den verschiedenen Kommentator_innen wurde in bester Facebook-Manier eifrig geliked, auch von den Beteiligten der Gala und auch die übelsten Kommentare. Eine Distanzierung oder Positionierung aus den Reihen der Orga oder dem weiteren Umfeld der Zeckenrapgala gegenüber dieser Kommentierung hat bisher nicht öffentlich stattgefunden.

Einige Aspekte aus der Diskussion haben uns besonders geärgert, weil es dieselben Mechanismen sind, mit denen feministische Politiken häufig abgewertet werden. So wurde uns mehrfach gesagt, dass wir diese mackrige Bühnenpräsenz nur subjektiv wahrgenommen hätten, dass Andere das ganz anders gesehen hätten u.ä.. Klar ist das eine subjektive Wahrnehmung, so wie die von allen Menschen. Offensichtlich fanden den Abend eben nicht alle großartig. Ist unsere Meinung deshalb weniger richtig oder wichtig? Muss man sie deshalb weniger ernst nehmen? Nein! Gerade Frauen* wird ihre Wahrnehmung von Sexismus und sexualisierter Gewalt unter dem Verweis ‚das ist ja alles nur subjektiv‘ und ’sei doch nicht so empfindlich‘ oft abgesprochen. Mit solchen Phrasen aufzufahren ist wirklich dreist.

Feministische Kritik wird oft nicht angenommen, sondern abgewehrt mit dem Versuch die Kritiker_innen klein zu machen oder zu diskreditieren. Das ist auch in den Kommentaren passiert: Dadurch, dass die Festival-Organisator_innen mit einem sinngemäßen ‚Das schafft ihr eh nicht‘ belächelt wurden oder mit der Frage „Wer wird denn jetzt noch dort auftreten wollen?“ gleich das ganze Festival als No-Go für linke HipHop-Künstler_innen erklärt wird. Gerade Menschen mit einem antisexistischen Anspruch sollten entsprechende Kritik ernst nehmen und gerade dann Support geben. In vielen Kommentaren ist das genaue Gegenteil passiert.

Wie in vielen gesellschaftlichen Debatten um feministische Anliegen wurde auch uns Sexismus gegenüber Männern* vorgeworfen, verbunden mit der Forderung, dass Geschlecht doch keine Rolle spielen sollte – unter völliger Ausblendung gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Als Mann* zu leben und männlich sozialisiert zu sein ist nicht der Kritikpunkt. Normative Männlichkeit und Mackertum in den eigenen Strukturen und den Bühnenperformanzen aufrecht zu erhalten sehr wohl. Das macht sich für uns am Verhalten fest und an der wenigen Präsenz von FrauenLesenTransInter* und ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten und Erfahrungen auf der Bühne und in den Orgastrukturen.

Von Macht- und Unterdrückungsverhältnissen betroffenen Menschen wird oft alleine die Verantwortung für ihre Nicht-Repräsentation zugeschrieben. Auch in den Kommentaren fielen Sätze wie „weil in dieser Szene schlicht weg zu wenige Frauen (dann auch noch p.c.) aktiv sind“, oder „wir können auch nichts für die gegebenen Verhältnisse“.

Wir denken, dass es anders geht. Auch jetzt und heute. Wir haben keine Lust mehr zu warten. Wir wollen HipHop und sein politisches Potenzial feiern. Das politische Potential zeigt sich für uns darin, ob und in welchem Ausmaß die verschiedenen Lebensrealitäten und Erfahrungen von FrauenLesbenTransInter* darin Platz finden. Wir haben uns entschieden in der Vorbereitung als FrauenLesbenInterTrans*-Gruppe zu arbeiten. Das schließt kritische Auseinandersetzungen und Kooperationen mit anderen Gruppen und Zusammenhängen überhaupt nicht aus. Wir wollen uns als Orga-Gruppe austauschen, auseinandersetzen, solidarisieren, gemeinsam Strukturen schaffen in denen FrauenLesbenInterTrans* vorkommen und präsent sind. Und wir wollen auf diese Art und Weise eine Bühne und einen politischen Raum gestalten, der den herrschenden Machtverhältnissen ein Stück weit etwas entgegensetzt. In dieser Gesellschaft und auch in der Szene in der wir uns bewegen. Das Festival soll eine Bühne sein für hoffentlich viele der tollen Künstler_innen, die es gibt und die wir kennen. Es soll auch ein Raum sein um sich auszuprobieren, sich kennezunlernen und auszutauschen. Nicht nur, aber gerade auch für FrauenLesbenInterTrans*.

Wir wollen uns nicht endlos an der Zeckenrapgala oder der Facebook-Debatte abarbeiten.
Wir wollen unsere Energie und Zeit darauf verwenden, ein feministisches Festival zu organisieren.
Und damit fangen wir jetzt an!“

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Die heimlichen Sieger der Bürgerschaftswahl – die Evangelikalen http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/die-heimlichen-sieger-der-buergerschaftswahl-die-evangelikalen/ http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/die-heimlichen-sieger-der-buergerschaftswahl-die-evangelikalen/#comments Tue, 09 Jun 2015 06:43:41 +0000 Administrator ProChoice! Smash Homophobia http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/die-heimlichen-sieger-der-buergerschaftswahl-die-evangelikalen/ vulva__madonnaKopiert von Ganz Gottlos:

Aus zwei wurden drei
Nach der Wahl sitzen aus Bremen 3 Aktivisten evangelikaler Kirchengemeinden in der Bremischen Bürgerschaft. Allein das Wahlverfahren, der Vergabe von 5 Personenstimmen, machte dieses Ergebnis möglich. Die Listenplätze auf den Parteien hätten bei gleichem Wahlausgang nur dem SPD Mitglied Elombo Bolayela (Markusgemeinde) einen Platz in der Bürgerschaft gesichert. Sigrid Grönert, schon in der letzten Legislaturperiode in der Bürgerschaft (Paulusgemeinde/Freikirche in Obervieland) wurde von der CDU auf Platz 19 gesetzt. Mit den Personenstimmen kam sie auf Platz 14. Einen noch größeren Satz machte Birgit Bergmann (Matthäus Gemeinde Huchting) auf der CDU Liste von 27 auf Platz 16, der gerade noch für den Einzug in den Landtag ausreichte. Für beide hätte es nach der CDU Nominierung nicht gereicht. Die wohl erhebliche Mobilisierungsfähigkeit der bibelfesten Gemeinden hat für reichlich Personenstimmen gesorgt. In Huchting und Obervieland wurden in den Gemeindezentren unmittelbar vor der Wahl Mobilisierungs- und Diskussionsveranstaltungen mit den christlichen KandidatInnen durchgeführt. Nach der Wahl war der Jubel entsprechend groß. Auf der Facebookseite der Matthäus Gemeinde hieß es: “ Endlich macht Wählen wieder Spaß“.

Zufall oder Teil der Missionsstrategie der Bibelfesten ?

Die oben Genannten mögen eventuell einen individuellen Spaß an parlamentarischer Politik haben. Auf jeden Fall sind sie aber mit der ausdrücklichen Unterstützung der Evangelikalen Bewegung versehen. Seit langem werben die Kirchen der Evangelischen Allianz in Ihren Reihen für mehr politisches Engagement ihrer Mitglieder. Die Durchsetzung ihrer mittelalterlichen Moralvorstellungen von Familie, Sexualität, Genderfeindlichkeit und Abtreibungsverboten stehen dabei im Mittelpunkt.
Peter Strauch, von 2000 bis 2006 Vorsitzender der Evangelischen Allianz, formulierte am 1. April 2006 auf einer Tagung der Evangelischen Allianz und der Konrad Adenauer Stiftung
„Jesus Christus ist der Herr (Philipper 2, 9-11). Deshalb gibt es keinen Lebensraum außerhalb seines Herrschaftsbereiches. Wo immer wir sind, was immer wir tun, er ist zuständig.“
Als „Konsequenz“ daraus formulierte er: „Der Mensch ist nicht für die Obrigkeit da, sondern die Obrigkeit ist eingesetzt (von Gott) als Rechtsschutz für das Zusammenleben von Menschen (Römer 13, 4). Christen haben ihr zu gehorchen und für sie zu beten (1. Timotheus 2, 2). Die Grenzen des Gehorsams sind dort erreicht, wo das Gesetz der Obrigkeit gegen Gottes Gesetz steht (Apostelgeschichte 4, 19).“

Der geschäftsführende Vorstand der Evangelischen Allianz formulierte in Wahlprüfsteinen zur Bundestagswahl 2013 denn auch noch einmal deutlich und präzise:
„Wir ermutigen deshalb Christen öffentliche Aufgaben vor Ort, wie z.B. in der Nachbarschaftshilfe, in der Schule, an der Universität, am Arbeitsplatz zu übernehmen. Wir bitten auch, entsprechend begabte Mitchristen zum direkten politischen Engagement in Parteien und Parlamenten zu ermutigen und darin zu unterstützen.“

Bei den formulierten Inhalten, d.h. den Fragen an die Bundestagskandidaten, wird es dann reaktionär und rückschrittlich. Dort heißt es:

„Alle im Grundgesetz festgelegten Grundrechte sind als Konsens in unserer Gesellschaft zu bewahren. Mitunter ist das aber nicht ohne Güterabwägung möglich, z.B. in der Auseinandersetzung zwischen der garantierten Freiheit der Kunst und der Verantwortung vor Gott. Mindestens die öffentliche Gotteslästerung muss deshalb untersagt und strafrechtlich bewehrt werden und kann sich nicht auf die Freiheit der Kunst berufen. Dasselbe gilt auch für den Schutz des religiösen Empfindens.

Deshalb fragen wir: Wollen Sie dafür sorgen, dass künftig Gotteslästerung und Verunglimpfung des christlichen Glaubens, auch in der Kunst und in den Medien, unterbunden werden?
Sind Sie bereit, insoweit die Freiheit zur öffentlichen Meinungsäußerung einzugrenzen?

Deshalb fragen wir: Was werden Sie tun zur Stärkung der Ehebereitschaft und Eheerhaltung?
Wollen Sie das Lebenspartnerschaftsgesetz wieder zurücknehmen? Wollen Sie, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften die gleichen Rechte in unserem Staat genießen wie die heterosexuelle Ehe? Sind Sie der Auffassung, dass auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften Adoptionsmöglichkeiten erhalten sollen?“

Da die Evangelische Allianz Homosexualität als nicht von Gott gewollt bezeichnet, ist die Intention klar. Wer als Kandidat die „Ehe für alle“ fordert, ist aus Sicht der Evangelikalen absolut nicht wählbar. Zu den weiteren Fragen gehört natürlich die Forderung nach dem Abtreibungsverbot, jegliche Absage daran, sein Lebensende selbst bestimmen zu können und ganz nebenbei wird auch nach Schritten zur Senkung der „hohen Steuer- und Abgabenquote“ und der „Förderung der Arbeitsbereitschaft“ gefragt. Letzteres liegt voll im „neoliberalen Trend“ von AfD und FDP.
Die Motivation und inhaltliche Ausrichtung des Handelns der oben genannten Bürgerschaftsabgeordneten dürfte daher weniger auf den Landesparteitagen der sie nominierenden Parteien als vielmehr in der Bibelinterpretation der weltweiten evangelikalen Bewegung zu suchen sein. Bibelunterricht an Schulen findet sich denn auch in dem oben genannten Allianz Papier als Forderung wieder.
Also, Augen auf!
Wir waren uns nicht einig, ob Elisabeth Motschmann, Spitzenkandidatin der CDU, noch dem evangelikalen Block zugerechnet werden kann. Wenn ja, ist es noch eine mehr.“

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http://mychoice.blogsport.de/2015/06/09/die-heimlichen-sieger-der-buergerschaftswahl-die-evangelikalen/feed/
Tagung des Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik http://mychoice.blogsport.de/2015/04/23/tagung-des-netzwerks-gegen-selektion-durch-praenataldiagnostik/ http://mychoice.blogsport.de/2015/04/23/tagung-des-netzwerks-gegen-selektion-durch-praenataldiagnostik/#comments Thu, 23 Apr 2015 07:35:25 +0000 Administrator ProChoice! Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/04/23/tagung-des-netzwerks-gegen-selektion-durch-praenataldiagnostik/ Buten und Binnen berichtete kurz über das Treffen des Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik und interviewte dazu die Bremer Gynäkologin Mareike Koch, die in der Beratungsstelle Cara (an der Domsheide) arbeitet. In dem Interview deutet sich schon die differenzierte Position des Netzwerks an: Einerseits die Schwangeren parteilich und empathisch zu beraten und ihre individuellen Ängste und Nöte ernst zu nehmen, und andererseits sich des gesellschaftlichen Kontextes von Pränataldiagnostik bewusst zu sein. Das Netzwerk regt dazu an, darüber nachzudenken, welche Rolle vorgeburtliche Untersuchungen der Föten auf bestimmte körperliche Merkmale hin – und die häufig folgenden Abtreibungen bei einer Abweichungsdiagnose – in Zeiten neoliberaler Anforderungen (Selbstoptimierung, Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Konkurrenzfähigkeit…) spielen. Dabei sollen nicht die einzelnen Personen, die sich gegen ein Kind entscheiden, verurteilt werden, sondern aufgezeigt werden, wie massiv Bevölkerungspolitik und finanzielle Sorgen sich auf die individuelle Lebensführung auswirken.

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Auf nach Hamburg zur Take Back The Night-Demo! http://mychoice.blogsport.de/2015/04/13/auf-nach-hamburg-zur-take-back-the-night-demo/ http://mychoice.blogsport.de/2015/04/13/auf-nach-hamburg-zur-take-back-the-night-demo/#comments Mon, 13 Apr 2015 16:50:18 +0000 Administrator Allgemein Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/04/13/auf-nach-hamburg-zur-take-back-the-night-demo/ Das feministische Plenum lädt alle interessierten FLIT* zu einem offenen Treffen ein, bei dem wir Infos austauschen und Bezugsgruppen und/oder Fahrgemeinschaften bilden wollen, um am 30.4. gemeinsam zur Take Back the Night-Demo nach Hamburg zu fahren.

Wo: Infoladen Bremen
Wann: So, 26.4., 16 Uhr

Infos zur Demo gibts unter https://tbtn2015.blackblogs.org/
Zum Lesen vorab: „Demo- und Rechtshilfetipps“ von der Roten Hilfe und von den Demosanis.

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„Bizarre Anklage“: „Feticide“ http://mychoice.blogsport.de/2015/04/12/bizarre-anklage-feticide/ http://mychoice.blogsport.de/2015/04/12/bizarre-anklage-feticide/#comments Sun, 12 Apr 2015 16:28:59 +0000 Administrator ProChoice! Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/04/12/bizarre-anklage-feticide/ Gefunden in der aktuellen Jungle World:

Von Maxim Kammerer

„Im Juli 2013 suchte die 33jährige Purvi Patel wegen starker Blutungen die Notaufnahme in South Bend im US-Bundesstaat Indiana auf. Von den Ärzten befragt, gab sie an, nach einer Fehlgeburt den totgeborenen Fötus in einem Müllcontainer abgelegt zu haben, um die Schwangerschaft vor ihren streng religiösen Eltern zu verbergen. Am Montag vergangener Woche wurde Patel zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt – aufgrund einer Anklage und einer Beweisführung, die mit bizarr noch wohlwollend beschrieben sind. Patel wurde sowohl des feticide, der Tötung des Fötus, als auch der Tötung des geborenen Kindes durch Vernachlässigung schuldig gesprochen. Ein offensichtlicher Widerspruch, doch erläuterte Staatsanwalt Ken Cotter, der Tatbestand des feticide sei auch erfüllt, wenn der Fötus überlebt. Um zu belegen, dass er einige Momente lebte, machte der Forensiker Joseph Prahlow den lung float test, bei dem es als Beweis dafür gilt, dass das Neugeborene einen Atemzug tat, wenn dessen Lunge im Wasser nicht untergeht. Das erinnert an die Hexenprobe, bei der eine in einen Sack eingenähte Verdächtigte ins Wasser geworfen wird, tatsächlich stammt die Methode aus dem 17. Jahrhundert und gilt als überholt. Prahlow präsentierte weitere Untersuchungsergebnisse, die Gegenexpertise von Shaku Teas überzeugte die Jury nicht. Dürftig sind auch die Beweise für den Abtreibungsversuch. Nachweislich hat Patel Medikamente in Honkong bestellt und einer Freundin in einer SMS mitgeteilt, sie eingenommen zu haben. Was sie schluckte, ist indes unklar, denn bei der Blutuntersuchung wurden keine Rückstände von Abtreibungsmedikamenten gefunden.

Dass Prahlow ein renommierter Pathologe und Cotter kein evangelikaler Eiferer, sondern ein durchschnittlicher demokratischer Politiker (Staatsanwälte werden in den USA gewählt) ist, macht den Prozess noch beunruhigender. Die Tendenz, Schwangere »staatlicher Überwachung, Kontrolle und extremer Bestrafung zu unterwerfen«, stellte Lynn Paltrow, die Direktorin der NGO National Advocates for Pregnant Women, bereits im vorigen Jahr fest. So wurde Bei Bei Shuai 2013 nach einem Suizidversuch des feticide angeklagt und mit 178 Tagen Haft bestraft, nachdem sie sich nach einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft der »kriminellen Rücksichtslosigkeit« schuldig bekannt hatte. In New York wurde Sara McKenna in erster Instanz wegen »Aneignung eines Kindes in der Gebärmutter« verurteilt, weil sie gegen den Willen des Vaters Kalifornien verlassen hatte. Während der Schwangerschaft Drogen zu konsumieren, kann in mehreren Bundesstaaten bestraft werden, auch wenn der Fötus keinen Schaden davonträgt. Das Urteil gegen Patel ist jedoch bislang mit Abstand das drakonischste.“

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Fundamentalisten in der Bremischen evangelischen Kirche http://mychoice.blogsport.de/2015/04/01/fundamentalisten-in-der-bremischen-evangelischen-kirche/ http://mychoice.blogsport.de/2015/04/01/fundamentalisten-in-der-bremischen-evangelischen-kirche/#comments Wed, 01 Apr 2015 08:55:05 +0000 Administrator Feminismus Smash Homophobia http://mychoice.blogsport.de/2015/04/01/fundamentalisten-in-der-bremischen-evangelischen-kirche/ tausendkreuzeindiespree Ein super Recherche-Text von der Gruppe gottlosinbremen:

„Bremer Kirchenführung kungelt mit evangelikalen Fundamentalisten
Noch im Februar 2015 zog die Führung der Evangelischen Kirche alle Register, um sich von dem evangelikal fundamentalistischen Pastor Olaf Latzel und seiner umstrittenen Predigt zu distanzieren. Theologische Stellungnahmen wurden eingeholt, 70 Bedienstete auf die Domtreppen organisiert und zahlreiche Distanzierungserklärungen abgegeben. Letztlich wurde auf disziplinarische Maßnahmen gegen Latzel verzichtet, da ja seine Martinigemeinde darüber zu entscheiden habe, wer auf ihre Kanzel darf und was dort gepredigt wird.
In einem anderen Fall hat die Kirchenführung in Bremen allerdings einen nicht weniger missionarischen Evangelikalen selbst für eines ihrer zentralen Projekte eingestellt. Zum September 2014 wurde Johannes Müller zum Leiter des Jugendmissionsprojekts „Lighthouse“ direkt bei der Kirchenleitung berufen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Gemeinde mit eigenem Personalentscheidungsrecht, sondern um eine Anstellung bei der Zentrale der Evangelischen Kirche. „Lighthouse“ wurde dann auch in der Ausgabe 11-2014 von „Forum Kirche“ mit einer Seite bedacht und Johannes Müller ausführlich vorgestellt. „Lighthouse“ unterhält Gruppenräume für die Jugendarbeit in der ehemaligen Dienstwohnung von Jens Motschmann auf dem Gelände der Martinigemeinde (Pastor Olaf Latzel) und führte einmal im Monat einen Gottesdienst mit Livemusik von bekannten evangelikalen Gruppen im Lagerhaus Schildstraße durch. Laut Taz vom 26.2.2014 wurde ihnen dort wegen Vortäuschung falscher Tatsachen die weitere Nutzung der Räume verwehrt.

Wer ist Johannes Müller ?
Johannes Müller war viele Jahre in der St. Matthäus Gemeinde in Huchting im Jugendbereich hauptamtlich tätig. Die Matthäus Gemeinde gehört zur Evangelischen Allianz, einem Zusammenschluss von evangelikalen Gemeinden innerhalb der Evangelischen Kirche und den evangelischen Freikirchen (Methodisten, Pfingstler etc.). Der leitende Pastor der Matthäus Gemeinde und Sprecher der evangelischen Allianz in Bremen, Andreas Schröder, ist laut Radio Bremen vom 3.7.2014 mit der Aussage zitierbar „Homosexualität ist von Gott nicht gewollt“.
Johannes Müller besuchte zur theologischen Ausbildung die Bibelschule Brake bei Lemgo. Die Bibelschule Brake gehört zum Netz der evangelischen Allianz und ist eine der zentralen Ausbildungsstätten der Evangelikalen zur Bekehrung der Welt zur evangelikalen Bibelauslegung. Natürlich werden auch Fachkräfte (Missionare) für die innere Missionierung ausgebildet. Als solcher hat sich Johannes Müller weit über die Grenzen Bremens hinaus engagiert. Seit mindestens 2008 ist er stellvertretener Vorsitzender des Vereins Christival. Christival organisierte 2008 ein heftig umstrittenes Happening in Bremen und gehört zum bundesweit Netz der Evangelischen Allianz. Hier sollte es in einer Arbeitsgruppe um die „Heilung der Homosexualität“ gehen. Damaliger Vorsitzender des Christival e.V. war Roland Werner, der sich selbst „heilte“ und anschließend eine Ehe mit 2 Kindern führte. Seit 2008 muss auch Renke Brahms, damals und heute Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche Johannes Müller mit seinen Positionen bekannt gewesen sein, denn Renke Brahms saß neben führenden Evangelikalen im Kuratorium des Christival in Bremen. Für das nächste Christival Happening in Karlsruhe 2016 wirbt der Vorbereitungsausschuss bereits mit der Teilnahme von Johannes Müller.
Das Müller nicht nur homophobe Auffassungen vertritt, wird auch in seinen Predigten deutlich. Laut Taz vom 14 Februar 2014 ließ Müller seine ZuhörerInnen, vor allem die männlichen, wissen, wie Mann seine Frau „jesusmäßig führen und leiten“ kann.
Es stellt sich die Frage, welche Gründe den zwölfköpfigen Kirchenausschuss der evangelischen Kirche in Bremen bewogen haben, den bekannten Fundamentalisten Johannes Müller einzustellen. Seit der ehemalige EKD Vorsitzende Bischoff Huber die Evangelikalen ausdrücklich in der Evangelischen Kirche begrüßte, haben diese dort kontinuierlich ihren Einfluss ausgebaut. Ein Bischoff, etliche Mitglieder des EKD Präsidiums, auch ein Mitglied der der Bremer Kirchenleitung gehören dazu. Immerhin sieben (mit fünf Kindergärten) von 61 Gemeinden innerhalb der BEK gehören zu den Evangelikalen.
Während der BEK im Laufe des Jahres 2014 ca. 4000 Mitglieder abhandengekommen sind und die durchschnittlichen sonntäglichen Besucherzahlen aller Mainstream-Kirchen in Bremen zusammen deutlich unter denen der Evangelikalen am Ort liegen, ist offensichtlich bei der Kirchenleitung Panik ausgebrochen. Insbesondere angesichts der Mobilisierungserfolge der Evangelikalen bei Jugendlichen, in Bremen sollen beim Jugendgebetstag der Evangelikalen im Januar 2015 400 Menschen gekommen sein, scheinen bei den Kirchenoberen alle Bedenken gegenüber den evangelikalen Fundamentalisten verflogen zu sein. Oder ist etwa die geistige Nähe zwischen sich weltoffen gebärdenden Kirchenoberen und der Evangelischen Allianz größer als erstere zugeben.

Als im Juli 2014 9 Pastoren aus der BEK, darunter Olaf Latzel, in Bremen den evangelikalen Aufruf „Zeit zum Aufstehen“ präsentierten in dem es heißt „Die Ehe besteht aus Mann und Frau“ , befand der oberste Bremer Pastor Renke Brahms, dies sei im Hinblick auf das Reformationsjahr eine begrüßenswerte Aktion.
Die Bremische Evangelische Kirche muss bei der Einstellung eines innerkirchlich bekannten missionarischen, homophoben Genderfeindes schon auf sich nehmen selbst mit solche Positionen identifiziert zu werden. Schließlich haftet jeder Chef, für seine Angestellten, wenn er deren Unsinn dauerhaft durchgehen lässt.
Das Mittelalter ist noch nicht überwunden.
Nachdem das Lagerhaus Schildstraße die Missionare vor die Tür gesetzt hat, hat sich Müller mit dem Projekt „Lighthouse“ in der „schaulust“ am Güterbahnhof eingemietet.“

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Der „Mile of Style“ das Mikro klauen! http://mychoice.blogsport.de/2015/03/27/kollegah-haftbefehl/ http://mychoice.blogsport.de/2015/03/27/kollegah-haftbefehl/#comments Fri, 27 Mar 2015 20:56:17 +0000 Administrator Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/03/27/kollegah-haftbefehl/

Kaum zu übersehen – an jeder Ampel wirbt die „Mile of Style“ mit ihrem Line-Up: Kollegah, Haftbefehl, Prinz Porno… Eigentlich wären die Typen echt keine Aufregung wert: Ihr Rumgemacker ist halt Standard-Rumgemacker („Ich nehm illegale Drogen, pose vor fetten Autos, pose mit Waffen und hab Geld“), ihr Sexismus ist halt Standard-Sexismus („Ich beschimpfe Frauen, ich hab schon mal ne nackte Frau gesehen, Frauen sind meine Statussymbole…“). Anlässlich des Konzerts von Kollegah im Modernes 2011 hat die Gruppe la.ok sich dessen Texte schon einmal ausführlicher vorgenommen und ihre drastischen homophoben und misogynen Inhalte kritisiert. Doch männliche Gangster-Rapper scheinen einfach nicht aus der Mode zu kommen. Gähn!

Trotz der musikalischen und biographischen Unterschiede haben die verschiedenen Rapper eine Sache gemeinsam: Selbst für bürgerliche Ideologie ist das, was sie in ihren Texten und Videos als Glücksversprechen inszenieren, ziemlich schäbig und traurig. Statt dass die Ich-Erzähler das schöne Leben in der Hänge- matte genießen und mit ihren Freund_innen eine gute Zeit haben, ist alles durchzogen von Bedrohung und Gewalttätigkeit (gegen Frauen*, Polizei, Konkurrent*innen…).

Die inszenierte Gewaltphantasie scheint im Gangster-Rap deshalb so wichtig, weil sie sowas wie eine verführerische Erzählung von der Rückeroberung der Kontrolle über das eigene Leben ist – ganz reaktionär gewendet. Wer sich innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse nicht behaupten kann, sich die gesellschaftlichen Prozesse nicht erklären kann, findet typische falsche Erklärungen für das eigene Elend. Damit steht der Gangster-Rap der AfD, Wutbürger_innen und Co. viel näher, als mensch auf den ersten Blick glauben mag: Gemeinsam ist ihnen die individualistische, sozialdarwinistische Erklärung und „Lösung“ der eigenen Misere.

Obwohl die Jungs bloß durchschnittliche Repräsentanten des Patriarchats sind, verwundert und nervt es doch, dass Leute tatsächlich Geld ausgeben, um solche Typen und ihre Texte abzufeiern. Sie, hochgejubelte Charaktermasken der Kulturindustrie, bieten uns doch nur denselben Kack-Alltag, der uns fertigmacht, als Paradies wieder an: Männer_, die hart, mächtig, potent, risikobereit, gefährlich, einzelgängerisch und gefühlsarm sein sollen, Frauen_, Püppchen, hauptsache (sexuell) unterwerfbar. Klar, im modernen kapitalistischen Alltag sind die Anforderungen wesentlich komplexer – auseinandersetzen müssen sich mit diesen Geschlechterklischees aber trotzdem alle. Individuelle Bedürfnisse? Gefühle? Schwächen? Prozesse? – Fehlanzeige.

Angesichts der Geschichte des HipHop in Deutschland wäre gegen ein bisschen Gepose eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Was spricht dagegen, dass Leute sich selbstbewusst präsentieren, sich verbal statt physisch battlen, und ihre zum Teil krasse Lebensrealität beschreiben? Das haben z.B. Advanced Chemistry in den 90ern ja schon vorgemacht. Ein wichtiger Unterschied zwischen ihnen und den heutigen, von ihren Plattenlabels herausgeputzten Gangster-Sternchen ist, dass sie irgendwo hin wollten mit ihrer Musik. Sie rappten aus ihrer gesellschaftlichen Position heraus, die beschriebenen Konflikte sind prozesshaft und lebensnah, ihre Themen waren Respekt und Selbstermächtigung, politische Auseinandersetzungen und antirassistische Kämpfe. À propos: Auch feministischer HipHop hat einiges zu bieten! Checkt die regelmäßige female HipHop-Sendung im FSK Hamburg.

Also, Kollegah, Haftbefehl, Prinz Porno und ihr anderen Wutbürger_innen mit Plattenvertrag: Gönnt euch mal ein bisschen mehr Selbstreflexion! Und allen anderen ein schönes Leben – ohne Patriarchat, Kapitalismus & Co.

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Polizeiwillkür gegen „My body my choice“-Demo in Münster http://mychoice.blogsport.de/2015/03/24/polizeiwillkuer-gegen-my-body-my-choice-demo-in-muenster/ http://mychoice.blogsport.de/2015/03/24/polizeiwillkuer-gegen-my-body-my-choice-demo-in-muenster/#comments Tue, 24 Mar 2015 11:19:41 +0000 Administrator ProChoice! http://mychoice.blogsport.de/2015/03/24/polizeiwillkuer-gegen-my-body-my-choice-demo-in-muenster/ Gefunden auf gegen1000kreuze.blogsport.de:

„Alle Jahre wieder gehen im März in Münster hunderte Demonstrant*innen auf die Straße um für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und ein selbstbestimmtes Leben in einer herrschaftsfreien Gesellschaft zu demonstrieren. Ursprünglich als reine Protestaktion gegen den „1000 Kreuze für das Leben“ Marsch fundamentalistischer Christ*innen, hat sich seit 2013 eine eigenständige Demonstration entwickelt.

Am 21.03. gingen ca. 350 Aktivist*innen unter dem Motto „Raise your voice – your body your choice“ auf die Straße. Sie zogen quer durch die Innenstadt und stoppten für Redebeiträge zu Themen wie Schwangerschaftsabbrüche, staatliche Finanzierung von Kirchen, Ableismus (Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen/Behindertenfeindlichkeit) und Pränataldiagnostik (die Beiträge werden in absehbarer Zeit auf gegen1000kreuze.blogsport.de veröffentlicht). Dazu gab es Grußworte an die Genoss*innen in Stuttgart, die zeitgleich gegen einen Aufmarsch der „besorgten Eltern“ demonstrierten und in Nürnberg, wo Nazis eine feministische Demonstration angegriffen hatten.

Lautstark, gut gelaunt und mit viel Glitzerkonfetti verlief die Demonstration, bis zum Abschluss in der Aegidiistraße. Dort stürmte ein Trupp Polizist*innen in die Demo um einen Genossen im Schwitzkasten durch die Menge zu prügeln. Einer der Vorwürfe „Hinterlassen von Müll“ – er soll Konfetti geworfen haben. Zusätzlich wird ihm vorgeworfen von einem Stand von Verschwörungstheoretiker*innen zu viele Flyer zum Thema „Chemtrails“ mitgenommen zu haben. Die brutale Festnahme durch die Polizei legitimiert abschließend dann auch noch den Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Mit ziemlicher Brutalität prügelte die Polizei den 1000-Kreuze-Marsch durch die Innenstadt und verhinderte so fast vollständig Protest in räumlicher Nähe zu den christlichen Fundamentatlist*innen. Nichtsdestotrotz schafften Aktivist*innen es immer wieder an die Gebets-Route und konnten den Marsch kritisch flankieren.

Im Gegensatz zum Vorjahr ist die Gebetsquälerei der Euro-Pro-Life-Anhänger*innen um den Versammlungsleiter Wolfgang Hering wieder kleiner geworden. Rund 100 von ihnen trauten sich dennoch, sich mit Marienstatuen und Gebetsgejaule wieder zu Deppen zu machen.

Insgesamt ziehen wir ein positives Fazit des heutigen Tages, bedanken uns bei allen, die wieder mit uns ein klares Zeichen für den Feminismus gesetzt haben.

Wir werden uns auch 2016 in Münster sehen, wenn es wieder heißt: „Gegen jeden Fundamentalismus – nieder mit Jesus und für den Feminismus!“ “

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Pünktlich zum Frauen*kampftag: Pille danach endlich rezeptfrei erhältlich http://mychoice.blogsport.de/2015/03/08/puenktlich-zum-frauenkampftag-pille-danach-endlich-rezeptfrei-erhaeltlich/ http://mychoice.blogsport.de/2015/03/08/puenktlich-zum-frauenkampftag-pille-danach-endlich-rezeptfrei-erhaeltlich/#comments Sun, 08 Mar 2015 18:26:15 +0000 Administrator Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/03/08/puenktlich-zum-frauenkampftag-pille-danach-endlich-rezeptfrei-erhaeltlich/ Kopiert aus der Süddeutschen:

„Frauen können nun auch in Deutschland die „Pille danach“ erhalten, ohne vorher einen Arzt aufzusuchen. Wer das Präparat erhält, wie die Beratung in der Apotheke aussieht und welche Nebenwirkungen es gibt.

Von Berit Uhlmann

Die Pille vergessen, das Kondom geplatzt, ungeschützten Sex gehabt: Wer fürchtet, ungewollt schwanger zu werden, kann unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr noch immer verhüten. Die „Pille danach“ ist in Deutschland seit Jahren zugelassen,nun wird sie auch aus der Rezeptpflicht entlassen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der neuen Regelung.

Welche Präparate sind nun frei erhältlich?

Rezeptfrei erhältlich sind sowohl der ältere Wirkstoff Levonorgestrel (Handelsname PiDaNa) als auch das neuere Präparat Ulipristalacetat (Handelsname: ellaOne). Beide Präparate wirken umso zuverlässiger, je eher sie nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Ulipristalacetat wirkt maximal 120 Stunden nach dem Sex, Levonorgestrel nur 72 Stunden. Dieses recht enge Zeitfenster war das Hauptargument dafür, die Abgabe der Pille danach zu vereinfachen und den Frauen den Gang zum Arzt zu ersparen.

Wo erhalten Frauen die Pille danach?

Das Notfall-Verhütungsmittel wird in allen Apotheken ausgegeben. Es kann allerdings nicht in Versand-Apotheken bestellt werden. Dagegen spricht aus Sicht des Gesetzgebers, dass der Versand zu lange dauert und die Frauen nicht persönlich beraten werden können.

Wer erhält die Pille danach?

Grundsätzlich soll die Pille danach nur an die betroffene Frau persönlich und nicht an Partner oder Eltern abgegeben werden. Bei Mädchen, die jünger als 14 Jahre sind, sollte jedoch das Einverständnis eines Erziehungsberechtigten vorliegen. Sie sollen außerdem einen Arzt aufsuchen. Eine vorsorgliche Abgabe für eventuelle Notfälle ist nicht vorgesehen. Die Frauen sollen in der Apotheke beraten werden.

Wie soll die Beratung in der Apotheke aussehen?

Nach Angaben der Apothekerkammer verfügen alle Apotheken über einen Beratungsraum, in dem das Gespräch diskret geführt werden kann. Nachts und am Wochenende bieten Apotheken allerdings nur einen Notdienst an. Kundinnen können dann in vielen Fällen lediglich durch ein Fenster kommunizieren.

Die Frauen müssen mit einer Reihe von persönlichen Fragen rechnen: Etwa wann genau sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und warum sie keine funktionierende Verhütungsmethode verwendet haben. Die Apotheker versuchen auch auszuschließen, dass die Frau schon schwanger ist und fragen deshalb nach Zeichen wie einer ausgebliebenen oder schwachen Monatsblutung. Vermuten die Apotheker gesundheitliche Probleme, eine Schwangerschaft, sexuellen Missbrauch oder große Wissenslücken hinsichtlich der Verhütung, sollen sie sie die Betroffenen an einen Arzt oder eine Beratungsstelle verweisen.

Muss die Pille danach selbst gezahlt werden?

Wie bisher bekommen Frauen und Mädchen bis zu ihrem 20. Geburtstag die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Sie müssen sich in dem Fall allerdings ein Rezept von einem Arzt ausstellen lassen. Wer älter ist, muss das Präparat selbst bezahlen.

Wie zuverlässig wirkt die Pille danach?

Möglich sind nur Schätzungen. Denn die Präparate bekommen Frauen, bei denen nicht klar ist, ob sie ohne die Einnahme tatsächlich schwanger geworden wären. Bei dem neueren Wirkstoff Ulipristalacetat sprechen bisherige Daten dafür, dass er zwei Drittel der unerwünschten Schwangerschaften verhindert. Denn er wirkt auch noch, wenn der Eisprung schon unmittelbar bevorsteht, zu einer Zeit, wo Levonorgestrel bereits versagt. Die ältere Pille hat nur dann einen sicheren Effekt, wenn sie etwa zwei Tage vor dem erwarteten Eisprung eingenommen wird.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bei beiden Präparaten sind keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen bekannt geworden. Es gibt laut WHO keine Hinweise auf ein erhöhtes Thromboserisiko. Auswirkungen kann das Präparat auf den aktuellen Monatszyklus haben; die Menstruation kann verfrüht oder verspätet auftreten. Bleibt sie länger als sieben Tage aus, sollten Frauen einen Schwangerschaftstest durchführen und einen Frauenarzt aufsuchen.

Was passiert, wenn die Frau die „Pille danach“ nimmt und unwissentlich bereits schwanger ist?

Beide Präparate verhindern oder verzögern einen Eisprung. Ist der Eisprung bereits erfolgt, bleiben sie wirkungslos. Weder unterbinden sie eine Befruchtung der Eizelle, noch den Transport der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter, noch ihre Einnistung in die Uteruswand. Es gibt keine Hinweise, dass eine bestehende Schwangerschaft von der Pille beeinflusst wird. Damit unterscheiden sie sich von der Abtreibungspille RU-486 (Handelsname: Mifegyne). Sie beendet eine Schwangerschaft – in der Regel bis zur neunten Woche.

Werden künftig mehr Frauen die Pille danach nehmen?

Dafür, dass die Rezeptfreiheit die Hürden deutlich senkt, sprechen unter anderem Erfahrungen aus Norwegen: 1997 griffen nicht einmal 5000 Frauen zu der Pille. 2001, ein Jahr nach ihrer Freigabe, waren es mehr 70.000, sechs Jahre später 150.000.

Senkt die Notfallpille die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche?

Das Beispiel Norwegen zeigt zugleich, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im gleichen Zeitraum unverändert blieb. Ähnliche Entwicklungen wurden in Schweden und Schottland beobachtet. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar. Vermutet wird, dass vor allem besonders vorsichtige Frauen die Pille danach nehmen, während Frauen, die die Verhütung häufiger vernachlässigen, auch von der Notfall-Pille keinen Gebrauch machen.

Verführt die Pille zu einem laxeren Umgang mit Sexualität und Verhütung?

Kaum etwas spricht dafür. Einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge, hatten nur 13 Prozent der Frauen, die die Pille danach einnahmen, nicht verhütet. Als Hauptgrund für den Griff zum Notfall-Medikament vermuten die Autoren der Umfrage „Verhütungsunfälle“, also geplatzte Kondome oder die vergessene Einnahme der Anti-Baby-Pille.

Frauen, denen die Pille danach prophylaktisch ausgehändigt wurde, zeigten keine erhöhten Raten von sexuell übertragbaren Krankheiten, wie eine US-Studie ergab. Eine britische Studie zeigte, dass die Aufklärung über die Notfallverhütung bei Teenagern keinen Einfluss darauf hatte, wann die Jugendlichen sexuell aktiv wurden.

Gibt es Alternativen zur Pille danach?

Es gibt eine „Spirale danach“, deren Kupferbeschichtung die Spermien schädigt und wahrscheinlich auch die Einnistung einer befruchteten Eizelle in den Uterus erschwert. Sie ist das zuverlässigste Mittel für den Notfall, aber auch das aufwändigste, denn die Spirale muss vom Gynäkologen gelegt werden. Die Hürde ist damit noch einmal höher.“

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Feministische Fundstücke: Die „Clio“ http://mychoice.blogsport.de/2015/02/08/feministische-fundstuecke-die-clio/ http://mychoice.blogsport.de/2015/02/08/feministische-fundstuecke-die-clio/#comments Sun, 08 Feb 2015 10:17:07 +0000 Administrator Allgemein Feminismus http://mychoice.blogsport.de/2015/02/08/feministische-fundstuecke-die-clio/ Schon im November 2014 kam die Jubiläumsausgabe der „Clio – Zeitschrift für Frauengesundheit“ raus. Zum 40. Geburtstag des Feministischen Frauen Gesundheits Zentrums e.V. Berlin nachträglich alles Gute! Falls ihr die aktuelle Ausgabe (39. Jahrgang, Nr. 79) noch nicht habt – bestellt sie euch unbedingt! Sie verbindet geballte Erfahrung mit aktuellen politischen Interventionen. Themen dieser Ausgabe sind „Zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung – 40 Jahres Frauengesundheit in eigener Hand?!“, „Frauengesundheit und soziale Lage“, Schönheitschirurgie, Schwangerschaftsabbruch, „Feministische Kritik an Gen- und Reproduktionstechnologien damals und heute“ und HPV-Impfung. Leserlich geschrieben und voller Impulse für alle, die zu Reproduktiven Rechten aktiv sind oder werden wollen. Wir freuen uns auf viele weitere Ausgaben und Jahrgänge der „Clio“!

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