Tagung des Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik

Buten und Binnen berichtete kurz über das Treffen des Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik und interviewte dazu die Bremer Gynäkologin Mareike Koch, die in der Beratungsstelle Cara (an der Domsheide) arbeitet. In dem Interview deutet sich schon die differenzierte Position des Netzwerks an: Einerseits die Schwangeren parteilich und empathisch zu beraten und ihre individuellen Ängste und Nöte ernst zu nehmen, und andererseits sich des gesellschaftlichen Kontextes von Pränataldiagnostik bewusst zu sein. Das Netzwerk regt dazu an, darüber nachzudenken, welche Rolle vorgeburtliche Untersuchungen der Föten auf bestimmte körperliche Merkmale hin – und die häufig folgenden Abtreibungen bei einer Abweichungsdiagnose – in Zeiten neoliberaler Anforderungen (Selbstoptimierung, Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Konkurrenzfähigkeit…) spielen. Dabei sollen nicht die einzelnen Personen, die sich gegen ein Kind entscheiden, verurteilt werden, sondern aufgezeigt werden, wie massiv Bevölkerungspolitik und finanzielle Sorgen sich auf die individuelle Lebensführung auswirken.