¡Chau, Mafalda!

mafalda1 „Mama, welche Zukunft sieht du für die Bewegung zur Befreiung der Frau?“

Nach 18 Jahren hat das Mafalda in der Kreuzstr. 29 nun zum 31.7.2014 eine Kündigung der Räumlichkeiten erhalten. Für die, denen der Name wenig sagt, eine Info von planlos:

„Das Mafalda wurde 1996 als autonomer FrauenLesben-Infoladen gegründet, um es FrauenLesbengruppen und einzelnen Frauen zu ermöglichen, sich zu treffen, zusammen zu diskutieren, Informationen auszutauschen oder einfach nur zu klönen. Der Laden wurde von autonomen Feministinnen gegründet, um einen Ort zu schaffen, an dem spontane Treffen und kleinere Veranstaltungen stattfinden und sich FrauenLesben-Gruppen regelmäßig treffen können. „Neben den selbstbestimmten und unbürokratischen Möglichkeiten, uns treffen zu können, geht es uns inhaltlich darum, uns über unsere Arbeit und Inhalte auszutauschen und zu versuchen, autonome feministische Politik in Bremen transparenter zu machen.“

Eine Gruppe im Mafalda organisierte über lange Zeit den FrauenLesben-Info-laden. Ziel des Infoladens war es, unterdrückte Nachrichten zu verbreiten und dies mit dem Schwerpunkt auf feministische linksradikale Inhalte. Das Sortiment des FrauenLesben Infoladens umfasst frauenlesbenspezifische Zeitungen und Zeitschriften, z.B. zu den Themen Naturwissenschaften, Gesundheitspolitik, Recht, sowie Veröffentlichungen zu Behindertenpolitik, antifaschistische und anti-rassistische Zeitschriften, Anti-Akw, Knast, Antimilitarismus und Internatio-nalismus. Zudem gibt es ein kleines, aber feines Archiv zu den o.g. Themen und einen kleinen Präsenzbestand an Büchern. Darüberhinaus gibt’s im Laden immer aktuelle Flugblätter, Plakate, Aufrufe (alles auch von bundesweiten Aktionen/Demos), Diskussionspapiere etc.. Der Infoladen ist heute vor allem Archiv, das heißt es werden keine aktuellen Zeitschriften mehr erworben.
Seit Herbst 2002 ist das Mafalda nun FrauenLesbenTransgender Infoladen.“

Auch wenn das Mafalda in den vergangenen Jahren weniger genutzt wurde, ist es total schade, dass mit diesem Raum ein weiterer Teil feministischer Infrastruktur in Bremen verloren geht: Nach der Verlegung (und damit faktischen Stilllegung) des Frauen(T)Raums an der Uni, der Schließung des Frauenbuchladens Hagazussa (Mathildenstraße) im Jahr 2007 und der Einstellung der Printversion der Trulla droht vieles explizit Politisches verloren zu gehen – und auch das Wissen darum, was es alles einmal gegeben hat (und wieder geben könnte!). Darum soll es bis Ende Juli noch einige Veranstaltungen zu feministischen Bewegungen rund um’s Mafalda geben – watch out for more!

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